Jeden Sommer Schweiß, im Winter kalte Füße. Der Gesetzgeber schreibt dem Arbeitgeber vor, eine gesundheitlich zuträgliche Raumtemperatur zu schaffen. Das klingt nach einer Aussage, die unkonkret ist. Deshalb möchten wir nun erklären, was sich unter dem Begriff versteckt.

Was genau heißt eigentlich „gesundheitlich zuträgliche Raumtemperatur“?

Bei der Beschreibung des Raumklimas gibt es viele Aspekte, welche alle in die Gestaltung eines gesunden Arbeitsklimas einfließen. Ein wichtiger und alltäglicher Begriff ist die Temperatur.

In der Arbeitsstättenverordnung (ArbStättV) wird eine „gesundheitlich zuträgliche Raumtemperatur“ gefordert. Was genau „gesundheitlich zuträglich“ bedeutet, hängt im Wesentlichen von der sogenannten Arbeitsschwere und der Körperhaltung ab. Die konkreten Vorgaben sind in der Arbeitsstättenregel A3.5 „Raumtemperatur“ festgelegt. Die Arbeitsstättenregeln konkretisieren die Arbeitsstättenverordnung, so dass der Gesetzgeber einen Hinweis darauf gibt, was unter einer zuträglichen Raumtemperatur zu verstehen ist. Wer sich diese Vorgabe anschaut wird feststellen, dass trotzdem noch Hausaufgaben notwendig werden.

Um die ideale Raumtemperatur zu ermitteln, ist neben der Temperaturmessung auch die Bewertung individuelle Faktoren des Menschen nötig. Dazu zählen z.B. Stoffwechsel, Kleidung und Art der Tätigkeit.

Die entsprechende Temperatur soll in erster Linie durch technische Maßnahmen sichergestellt werden. Die Mindestwerte dafür lassen sich aus Tabelle 1 entnehmen:

Tab. 1: entnommen aus ASR A3.5 „Raumtemperatur“, Kap. 4.2 „Lufttem-peraturen in Räumen“
Tab. 1: entnommen aus ASR A3.5 „Raumtemperatur“, Kap. 4.2 „Lufttem-peraturen in Räumen“

Minimum aber kein klares Maximum

Mit den Vorgaben von Tabelle 1 sind Mindesttemperaturen im Raum vorgegeben. Bei den Maximaltemperaturen sieht das Ganze schon anders aus. Hier gibt es keine klaren Angaben. In der Arbeitsstättenregel ASR A3.5 wird lediglich eine Empfehlung gegeben, so dass die Raumtemperatur 26 °C nicht überschreiten soll. In Kap. 4.2 „Lufttemperaturen in Räumen“ Absatz 3 heißt es:

„…Die Lufttemperatur in Arbeitsräumen und den in Absatz 4 genannten Räumen soll +26 °C nicht überschreiten…“

Das Wort „soll“ wird hin und wieder in der Praxis beliebig verschieden ausgelegt.

Um ein gutes Raumklima zu schaffen, sind noch weitere Faktoren zu berücksichtigen. Dabei fließt die Luftqualität entscheiden in die Betrachtung ein.

Weitergehende Informationen werden auf den Seiten der Abteilung Arbeitssicherheit der Universität Heidelberg bereitgestellt.

Arbeitsstättenregel A 3.5: gesundheitlich zuträgliche Raumtemperatur