Ob Einweisung oder Unterweisung, die Frage hat eine große Bedeutung im Arbeitsschutz.

Neue Maschine, wir brauchen eine Einweisung.

Das erledigen oft die Hersteller bzw. Lieferanten. Das ist ein praktischer Ansatz.

In den meisten Fällen findet die Einweisung einmalig statt, während die Unterweisung regelmäßig wiederholt wird. Worin genau liegt denn der Unterschied?

Einweisung als vertraut machen mit der Bedienung

Durch die Einweisung erfahren die Nutzer, welche Möglichkeiten ein Arbeitsmittel ihnen bietet. Welcher Hebel ist wofür? Was bedeuten die vielen bunten Lämpchen?

Es wird also die Frage beantwortet: „Wie bediene ich ein Gerät richtig?“ Im privaten kennen wir das vom Autokauf. Es wimmelt nur so von Anzeigen, Hebeln und Knöpfen. Meist alles über einen Controller mit Multifunktionsdisplay. „Controller und Multifunktionsdisplay! Aha!

Weil aber nicht jeder weiß was ein Controller und ein Multifunktionsdisplay ist, braucht es eben eine Einweisung.

Was ist der Unterschied zur Unterweisung?

Natürlich ist das Wissen über die korrekte Bedienung eine Grundlage für den sicheren Umgang. Wozu ist das Arbeitsmittel da? Wie funktioniert es? Nur wer das weiß und schon selbst ausprobiert hat, wird auch in puncto Sicherheit etwas sensibler sein.

Eine Unterweisung hebt den Sicherheitsgedanken im Gesundheitsschutz deutlich hervor. Hier geht es nicht mehr um Hebel und Menüführung. Auch nicht darum, wie die besten Arbeitsergebnisse erzielt werden. Sondern es stehen die Fragen im Vordergrund:

  • Wie benutze ich das Arbeitsmittel korrekt?
  • Welche Schutzmaßnahmen muss ich treffen?
  • Was darf ich mit dem Arbeitsmittel nicht machen?
  • Wofür darf ich es keinesfalls einsetzen?

Hin und wieder sollte der Hinweis eingebaut werden, dass installierte Schutzeinrichtungen nicht überbrückt oder außer Kraft gesetzt werden dürfen.
Der Arbeitgeber ist nach § 12 ArbSchG dazu verpflichtet, die Beschäftigten regelmäßig zu unterweisen:

„(1) Der Arbeitgeber hat die Beschäftigten über Sicherheit und Gesundheitsschutz bei der Arbeit während ihrer Arbeitszeit ausreichend und angemessen zu unterweisen. Die Unterweisung umfaßt Anweisungen und Erläuterungen, die eigens auf den Arbeitsplatz oder den Aufgabenbereich der Beschäftigten ausgerichtet sind. Die Unterweisung muß bei der Einstellung, bei Veränderungen im Aufgabenbereich, der Einführung neuer Arbeitsmittel oder einer neuen Technologie vor Aufnahme der Tätigkeit der Beschäftigten erfolgen. Die Unterweisung muß an die Gefährdungsentwicklung angepaßt sein und erforderlichenfalls regelmäßig wiederholt werden.“

Bei der Unterweisung wird den Beschäftigten vermittelt, welche Gefährdungen von einem Arbeitsmittel ausgehen können und wie sich die Mitarbeiter schützen. Was ist im Notfall zu tun und wen muss ich ggf. informieren?

Dies alles sind Fragen, die während der Unterweisung besprochen werden.

Einweisung oder Unterweisung – das eine steckt im anderen

Sinnvollerweise ist die Einweisung ein Bestandteil der Unterweisung. Die Verantwortung dafür, dass die Mitarbeiter alle notwendigen Informationen bekommen, trägt prinzipiell der Arbeitgeber.

Auch wenn oft der Eindruck entsteht, dass das Thema „Sicherheit“ in der regelmäßigen Unterweisung behandelt wird, steckt auch eine große Bedeutung in der Einweisung. Denn nur wer weiß, wie ein Arbeitsmittel richtig bedient wird, wird es auch sicher einsetzen können.

Selbst wenn der große Chef die Unterweisung auf seine Führungskräfte delegiert hat, muss der Arbeitgeber dafür sorgen, dass seine Führungskräfte ihrer Aufgabe gewissenhaft nachkommen. Letzten Endes ergeben sich die Unterweisungsthemen und deren Inhalte aus der Gefährdungsbeurteilung.

Einweisung oder Unterweisung? Worin liegt der Unterschied?